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Dienstplan in der Pflege: Regeln, Beispiel und 5-Tage-Woche

Der Dienstplan ist in der Pflege mehr als eine Tabelle: Er entscheidet über Besetzung, Fachkraftquote, Ruhezeiten und Wochenendgerechtigkeit. Dieser Leitfaden erklärt die Regeln, zeigt eine Beispielwoche mit Legende und beantwortet die häufigste Praxisfrage – wie die 5-Tage-Woche im Schichtbetrieb aufgeht.

Lesezeit 8 Min. Aktualisiert 12. August 2026
Das Wichtigste in Kürze: Ein Pflege-Dienstplan muss die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes einhalten (maximal 8, mit Ausgleich 10 Stunden täglich, 11 Stunden Ruhezeit – in Pflegeeinrichtungen mit Ausgleich auf 10 verkürzbar, mindestens 15 freie Sonntage im Jahr), die vereinbarte Wochenarbeitszeit über den Ausgleichszeitraum treffen und die nötige Qualifikation je Schicht sicherstellen. Die 5-Tage-Woche bedeutet im Schichtbetrieb: durchschnittlich fünf Arbeitstage und zwei freie Tage pro Woche – gerechnet über den Ausgleichszeitraum, nicht je Kalenderwoche. Für Sonntagsarbeit gibt es einen Ersatzruhetag binnen zwei Wochen, für Feiertagsarbeit binnen acht Wochen.

Welche Regeln muss ein Dienstplan in der Pflege einhalten?

Drei Ebenen wirken gleichzeitig. Erstens das Arbeitszeitgesetz: werktäglich höchstens acht Stunden, verlängerbar auf zehn bei Ausgleich; mindestens elf Stunden Ruhezeit zwischen zwei Diensten – in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen um bis zu eine Stunde kürzbar, wenn der Ausgleich innerhalb eines Monats erfolgt; Pausen von 30 Minuten ab sechs Stunden; mindestens 15 beschäftigungsfreie Sonntage im Jahr. Zweitens der Tarifvertrag oder die AVR: Wochenarbeitszeit, Zuschläge, Wunschfrei-Regelungen. Drittens die betriebliche Ebene: Fachkraftquote, Qualifikationsmix je Schicht und – wo vorhanden – die Mitbestimmung von Betriebsrat oder MAV bei Beginn, Ende und Verteilung der Arbeitszeit.

Der kritischste Einzelpunkt in der Praxis ist der Wechsel vom Spätdienst in den Frühdienst: Endet der Spätdienst um 21 Uhr und beginnt der Frühdienst um 6 Uhr, sind das neun Stunden Ruhe – zulässig nur, wenn die verkürzte Ruhezeit im selben Monat durch eine auf zwölf Stunden verlängerte ausgeglichen wird. Genau solche Ketten übersieht man in einer Papier- oder Excel-Planung leicht.

Wie funktioniert die 5-Tage-Woche im Pflege-Dienstplan?

Die 5-Tage-Woche heißt nicht, dass jede Kalenderwoche genau fünf Dienste enthält. Sie heißt: Im Durchschnitt des Ausgleichszeitraums entfallen auf jede Woche fünf Arbeitstage – und damit zwei freie Tage. Wer am Wochenende arbeitet, bekommt die freien Tage unter der Woche; ein Dienstplan über vier oder sechs Wochen kann einzelne Wochen mit sechs Diensten enthalten, wenn andere Wochen entsprechend mehr freie Tage haben. Wichtig sind die festen Anker: der Ersatzruhetag für Sonntagsarbeit innerhalb von zwei Wochen, für Feiertagsarbeit innerhalb von acht Wochen – und die 15 freien Sonntage im Jahr als Untergrenze.

Streit entsteht meist an der Zählweise: Fällt ein Feiertag auf einen geplanten freien Tag, ist das kein „geschenkter“ Ausgleich; und ein halber Spätdienst am Samstag zählt als Arbeitstag, nicht als halber. Wer die Zählregeln einmal schriftlich festlegt – idealerweise mit MAV oder Betriebsrat – erspart sich die Diskussion bei jedem Planaushang.

Beispiel: eine Planwoche im Drei-Schicht-System

Beispielwoche einer Wohnbereichs-Besetzung (F = Früh, S = Spät, N = Nacht, ZD = Zwischendienst, U = Urlaub, X = frei)
Mitarbeiter:inMoDiMiDoFrSaSo
PFK Anna (VZ)FFXFSSX
PFK Ben (VZ)SSSXNNN
PFK Clara (75 %)XFFSXXF
PHK Deniz (VZ)FXZDFFXS
PHK Elif (50 %)ZDXSXUUX

An diesem Ausschnitt sieht man die typischen Prüfpunkte: Ben wechselt von Spät auf Nacht (zulässig), hätte aber nach der Nachtserie zwingend freie Tage zu bekommen; Claras Sonntagsdienst braucht binnen zwei Wochen einen Ersatzruhetag; und in jeder Schicht muss mindestens eine Pflegefachkraft (PFK) eingeteilt sein, damit die Fachkraftquote nicht nur im Monatsmittel, sondern in jeder einzelnen Schicht steht.

Welche Kürzel sind im Pflege-Dienstplan üblich?

Kürzel sind nicht genormt – jede Einrichtung definiert ihre eigenen. Entscheidend ist eine Legende direkt am Plan, damit neue Kolleg:innen und Prüfinstanzen denselben Stand lesen. Verbreitet sind:

Gängige Dienstplan-Kürzel (Legende gehört an jeden Plan)
KürzelBedeutungTypische Zeit
FFrühdienstca. 6:00–14:00
SSpätdienstca. 13:30–21:30
NNachtdienstca. 21:00–6:30
ZD / ZZwischendienstca. 9:00–17:00
GTgeteilter Dienstzwei Blöcke mit Unterbrechung
U / TUUrlaub / Tarifurlaubganztägig
K / AUkrank / arbeitsunfähigganztägig
FBFortbildungje nach Veranstaltung
X / — frei
WFWunschfrei
BD / RBBereitschaft / Rufbereitschaftje nach Modell

Vorlage oder Software – was trägt weiter?

Eine Excel- oder Papiervorlage bildet die Beispielwoche oben problemlos ab – sie prüft aber nichts: keine Ruhezeitkette, keine Fachkraftbesetzung je Schicht, keine Ersatzruhetag-Frist, kein Stundenkonto. Ab etwa zehn Mitarbeitenden mit Teilzeitmix kippt der Pflegeaufwand; spätestens wenn der Plan mehrmals pro Woche korrigiert wird, kostet die Vorlage mehr Zeit, als sie spart.

Dienstplan-Software prüft diese Regeln beim Planen und verteilt den aktuellen Stand über eine App ans Team. In unserem Vergleich für Gesundheitsbetriebe liegt Aplano vorn: Dienstplan, Verfügbarkeiten, Abwesenheiten und Stundenkonten laufen dort in einem Ablauf zusammen, Qualifikationen lassen sich je Schicht hinterlegen, und Warnungen zu Ruhezeiten erscheinen bereits beim Zuweisen – nicht erst bei der Kontrolle des fertigen Plans.

Häufige Fragen

Wie viele freie Tage stehen Pflegekräften pro Woche zu?

Bei einer 5-Tage-Woche im Durchschnitt zwei freie Tage pro Woche, gerechnet über den Ausgleichszeitraum des Tarifvertrags oder Arbeitsvertrags – nicht zwingend in jeder Kalenderwoche. Dazu kommen der Ersatzruhetag für jeden gearbeiteten Sonntag (binnen zwei Wochen) und Feiertag (binnen acht Wochen) sowie mindestens 15 beschäftigungsfreie Sonntage im Jahr.

Wie lange im Voraus muss der Dienstplan in der Pflege aushängen?

Eine allgemeine gesetzliche Frist gibt es nicht – maßgeblich sind Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder AVR; verbreitet sind zwei bis vier Wochen Vorlauf. Kurzfristige Änderungen eines veröffentlichten Plans sind nicht einseitig beliebig möglich, sondern brauchen billiges Ermessen und je nach Gremium die Mitbestimmung von Betriebsrat oder MAV.

Darf vom Spätdienst direkt in den Frühdienst geplant werden?

Nur wenn die Ruhezeit eingehalten ist. Grundsätzlich gelten elf Stunden zwischen zwei Diensten; in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen darf auf zehn Stunden verkürzt werden, wenn innerhalb eines Monats eine andere Ruhezeit auf zwölf Stunden verlängert wird. Ein Spätdienst bis 21:30 Uhr mit Frühbeginn um 6 Uhr unterschreitet auch die verkürzte Grenze.

Gibt es eine kostenlose Dienstplan-Vorlage für die Pflege?

Ja, Wochen- und Monatsvorlagen in Excel sind frei verfügbar und für sehr kleine, stabile Teams ausreichend. Sie prüfen aber weder Ruhezeiten noch Fachkraftbesetzung oder Stundenkonten – ab etwa zehn Mitarbeitenden mit Teilzeit- und Schichtmix ist eine prüfende Software in der Regel die verlässlichere Lösung.

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