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Fachkräftemangel im Gesundheitswesen: Zahlen & Strategien

Apotheke, Arztpraxis und Pflege eint ein Problem: Es fehlt an Personal. Der Mangel ist messbar, hat klare Ursachen – und lässt sich an einer Stelle direkt beeinflussen: bei der Arbeitsorganisation. Ein Überblick mit aktuellen Zahlen und konkreten Hebeln.

Lesezeit 7 Min. Aktualisiert 19. Juni 2026

Wie groß ist der Mangel?

Die Pflege ist laut Bundesagentur für Arbeit der zweitgrößte Engpassberuf Deutschlands; bis 2049 fehlen je nach Szenario 280.000 bis 690.000 Pflegekräfte. In Praxen liegt die Vakanzzeit für MFA-Stellen bei rund 76 Tagen, bundesweit sind etwa 5.000 Hausarztsitze unbesetzt. In Apotheken bleiben Apotheker-Stellen im Median rund 96 Tage offen, PTA-Stellen rund 107 Tage – und das Apothekensterben verschärft die Lage.

Warum gehen die Fachkräfte?

  • Bezahlung: MFA verdienen im Schnitt knapp 2.500 €/Monat – Kliniken, Pflege und Krankenkassen werben mit mehr ab.
  • Belastung: Schichtdienst, kurzfristiges Einspringen und hohe Arbeitsverdichtung treiben den Berufsausstieg – in der Pflege verlässt über ein Drittel der Jüngeren den Beruf binnen fünf Jahren.
  • Teilzeit: Rund die Hälfte der Pflegekräfte (ambulant ~68 %) und ein hoher Anteil der MFA arbeiten Teilzeit – oft als Reaktion auf die Belastung.
  • Demografie: Zwischen 2026 und 2031 gehen die Babyboomer in Rente und reißen zusätzliche Lücken.

Was hilft gegen Fluktuation?

Vergütung ist tariflich weitgehend gesetzt – an der Arbeitsorganisation lässt sich dagegen sofort etwas ändern. Mitarbeitende bleiben eher, wenn der Dienstplan planbar und fair ist:

  • Dienstpläne früh veröffentlichen, damit das Privatleben planbar wird.
  • Wunschdienste und Verfügbarkeiten berücksichtigen statt von oben zuteilen.
  • Wochenend-, Nacht- und Feiertagsdienste transparent und gleichmäßig rotieren.
  • Kurzfristige Ausfälle über eine App lösen statt über die Telefon- und WhatsApp-Kette.
  • Überstunden und Zuschläge korrekt erfassen und auszahlen – das schafft Vertrauen.

Die Rolle der Digitalisierung

Digitale Werkzeuge entlasten das knappe Personal von Routine: automatische Zuschlagsberechnung, Stundenkonten, mobile Zeiterfassung und Selbstservice für Tausch und Urlaub sparen Verwaltungszeit, die wieder den Patient:innen und Kund:innen zugutekommt.

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