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Leiharbeit in der Pflege: Kosten, Grenzen und die bessere Alternative

Kaum ein Thema spaltet Pflegeeinrichtungen so wie Leiharbeit. Sie schließt kurzfristig Lücken, treibt aber Kosten und Unmut im Stammteam nach oben – und die Politik dreht die Rahmenbedingungen weiter an. Dieser Ratgeber ordnet ein, was Zeitarbeit wirklich kostet, welche Regeln 2026 gelten und wie sich der Bedarf an Fremdpersonal mit besserer Planung senken lässt.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 11. August 2026

Warum Einrichtungen zur Leiharbeit greifen

Der Auslöser ist fast immer derselbe: Eine Fachkraft fällt kurzfristig aus, der Schichtplan reißt, die Fachkraftquote wackelt. Leiharbeit füllt diese Lücke innerhalb von Stunden. Als Dauerlösung wird sie jedoch teuer und schwächt genau die Stammbelegschaft, die sie eigentlich entlasten soll.

Die Schattenseiten für das Stammteam

  • Höhere Vergütung: Leihkräfte verdienen oft spürbar mehr als festangestellte Kolleg:innen mit gleicher Qualifikation – das sorgt für Frust und Abwanderung.
  • Rosinenpicken bei den Diensten: Wenn Leihkräfte Wunschzeiten wählen, bleiben unbeliebte Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste am Stammteam hängen.
  • Weniger Kontinuität: Bewohner:innen und Patient:innen brauchen vertraute Bezugspersonen – ständig wechselnde Fremdkräfte erschweren Beziehung und Übergaben.
  • Einarbeitungsaufwand: Jede neue Leihkraft muss eingewiesen werden und bindet damit Zeit der eigentlich schon knappen Stammkräfte.

Der regulatorische Rahmen wird enger

Der Gesetzgeber will die Zeitarbeit in der Pflege zurückdrängen. Diskutiert und teils umgesetzt werden Regeln, nach denen Einrichtungen gegenüber den Pflegekassen nur noch die Personalkosten geltend machen können, die auch für die Stammbelegschaft anfallen. Deutlich teurere Leiharbeit ließe sich dann kaum noch refinanzieren. Für die Planung heißt das: Wer sich strukturell auf Fremdpersonal stützt, geht ein wachsendes wirtschaftliches Risiko ein.

Die Alternative: Ausfälle intern abfedern

Der wirksamste Hebel gegen teure Leiharbeit ist eine Planung, die Ausfälle abfängt, bevor sie zum Notfall werden. Bausteine dafür:

  1. Springer- oder Flexpool aufbauen: eigene Mitarbeitende, die flexibel einspringen – meist günstiger und zuverlässiger als jede Leihkraft.
  2. Wunsch- und Verfügbarkeitsdaten früh erfassen, damit Engpässe schon bei der Planung sichtbar werden – nicht erst am Ausfalltag.
  3. Tauschbörse per App: Offene Dienste transparent anbieten, statt einzeln herumzutelefonieren.
  4. Fehlzeiten analysieren: Wer erkennt, wann und wo Ausfälle gehäuft auftreten, kann die Besetzung vorausschauend puffern.

Wenn es ohne Leiharbeit nicht geht

Manchmal bleibt die Leihkraft unvermeidbar. Dann gilt: Behandeln Sie sie im Plan wie jede andere Schicht – mit dokumentierter Qualifikation, sauberer Zeiterfassung und klarer Zuordnung zu Bereich und Tour. So behalten Sie Kosten, Fachkraftquote und Arbeitszeiten im Blick, statt Fremdpersonal am Plan vorbei laufen zu lassen.

Fazit

Leiharbeit ist ein teures Schmerzmittel gegen ein strukturelles Problem. Sie kuriert das Symptom „akuter Ausfall“, verschärft aber die Ursache „unzufriedenes, überlastetes Stammteam“. Wer stattdessen in einen eigenen Springerpool, faire Dienstverteilung und vorausschauende Planung investiert, senkt den Bedarf an Fremdpersonal dauerhaft – und macht sich unabhängiger von steigenden Kosten und strengeren Regeln.

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